Digitaler Impfpass

Digitaler, analoger oder digital-analoger Impfpass

Es ist so weit! Die Temperaturen steigen, die Inzidenzen sinken und die Zahl der Geimpften steigt immer weiter an. Der Sommer steht vor der Tür und es scheint so, als ob etwas Normalität Einzug hält.

Eine Sache wird jedoch neu sein:
Neben Sonnenbrille, Hut und Sonnencreme müssen wir nun auch unseren Impfnachweis mit uns führen. Neben dem alten, gelben Impfpass, kommt jetzt auch der digitale Impfnachweis. Er soll eine zusätzliche Möglichkeit darstellen, um Impfungen und Informationen zur Impfung zu dokumentieren und das Ganze bequem auf dem Smartphone zu speichern. Für manche klingt das nach einer längst überfälligen Digitalisierung für ein wichtiges Dokument, Datenschützer sind allerdings etwas vorsichtiger. Oje, nicht schon wieder Datenschutz!

Der analoge Impfpass

Dass der Impfpass so eine Bedeutung für das alltägliche Leben bekommt, hätten vermutlich die Wenigsten gedacht. Der gelbe Impfpass liegt bei vielen Leuten verborgen in einer Schublade. Wenn man ihn dann doch findet und seine Impfung bekommen hat, so hat er auch ein recht unpraktisches Format. Genau hier soll der digitale Impfpass ansetzen. Die meisten Menschen führen ein Smartphone mit sich und müssten sich lediglich eine weitere App herunterladen. Das Ziel ist, Reisen, die Teilnahme an Veranstaltungen oder den Gastronomiebesuch zu vereinfachen. Verpflichtend ist die Sache nicht. Möchte man keinen digitalen Impfpass, reicht der analoge gelbe Impfpass natürlich aus.

Funktion

In seiner Funktion ist der digitale Impfpass, dem analogen Impfpass, ziemlich ähnlich. Die Ärzte oder Impfzentren erstellen nach Eingabe der Impfdaten einen QR-Code, welcher dann von der CovPassApp eingelesen werden kann. Gespeichert werden dann Name, Geburtsdatum, Zielkrankheit oder -erreger, Impfstoff/Prophylaxe, Impfarzneimittel, Zulassungsinhaber oder Hersteller des Impfstoffs, Erstimpfung/Wiederimpfung Nr., Datum der Impfung, Mitgliedstaat der Impfung, Zertifikatsaussteller und eine eindeutige Zertifikatskennung. Die Speicherung findet zudem nicht in einer zentralen Datenbank statt, sondern ausschließlich lokal auf dem Smartphone.

Vorzeigen bitte

Beim Vorzeigen seines digitalen Impfpasses, bekommt der Prüfende lediglich eine „grüne Kachel“, welche den Zutritt erlaubt, oder eine „rote Kachel“, welche den Zutritt verwehrt. Wird der Zutritt verwehrt, kann der Prüfende das Zertifikat nicht erkennen, sondern es werden mögliche Ablehnungsgründe dargestellt. Wird der Zutritt erlaubt, so werden dem Prüfenden ein Impfzertifikat und Genesenenzertifikat angezeigt, da daran keine unterschiedlichen Rechtsfolgen geknüpft sind. Zusätzlich wird Name und Geburtsdatum angezeigt, um in Verbindung mit einem Lichtbildausweis, die Identität zu überprüfen.

Die kritischen Punkte

Wenn wir hier über Impfnachweise reden, müssen wir uns ins Gedächtnis rufen, dass es sich hierbei um Gesundheitsdaten handelt, deren Verarbeitung gem. Art. 9 DSGVO grundsätzlich untersagt ist. Während man sich sicher ist, dass Polizei und der Grenzschutz bei Reisen berechtigt sind, die Daten auszulesen, sieht das mit Gastronomie und Kultur schon anders aus. Muss mein Dönerladen wissen, dass ich geimpft bin?

Zudem wird häufig von der Fälschungssicherheit des digitalen Impfausweises gesprochen. Da man allerdings auch noch seinen gelben Impfpass nutzen kann, ist dieser Schutz nicht sonderlich stark. Betrüger könnten auch einfach einen Screenshot des QR-Codes machen und dann nutzen. Zuletzt gibt es Stimmen, die eine Digitalisierung im Gesundheitssektor für bedenklich halten, da die Infrastrukturen von den Giganten Google, Amazon und Microsoft dominiert werden.

Fazit

Der digitale Impfpass ist in der aktuellen Fassung ein probates Mittel um das alltägliche Leben zu vereinfachen. Im Gegensatz zu dem analogen gelben Impfausweis, ist der digitale Impfnachweis sogar etwas Datensparsamer. Außerdem ist die Digitalisierung dieses veralteten Dokuments, längst überfällig. Allerdings ist Vorsicht vor der Zukunft geboten.

Solange es Rechtsvorschriften gibt, welche das Vorzeigen eines Impfnachweises für eine Covid-19 Impfung, fordern, sind die Bedenken bezüglich des Datenschutzes, eher gering einzustufen.

Sollte sich der digitale Impfnachweis allerdings durchsetzen und den gelben Impfpass ablösen, sprich der digitale Impfnachweis speichert auch andere Impfungen, ist eine erneute Überprüfung der Situation unerlässlich.

Vermutlich wird dieser Zeitpunkt in rund einem Jahr sein, da dann die EU-Verordnung automatisch endet. Ob der digitale Impfpass in der aktuellen Form also eine langfristige Lösung darstellt, bleibt abzuwarten.

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