Apple vs. Facebook

Apple vs. Facebook

Wenn sich Giganten streiten

Normalerweise fallen die großen Unternehmen aus dem Silicon Valley eher negativ auf, wenn es um das Thema Datenschutz geht. Umso spannender ist es, dass sich Apple jetzt als Datenschützer präsentiert. Den Leidtragenden, vor allem Facebook, gefällt das überhaupt nicht und diese gehen jetzt auch gegen den Plan von Apple vor. Aber was plant Apple genau und findet jetzt tatsächlich ein Umdenken der großen Tech-Unternehmen statt?

Personalisierte Werbung

Jeder kennt das Phänomen. Man sucht nach einem neuen Pullover und Zack taucht überall Werbung für Pullover auf. Dies geschieht, da Webseiten und Apps Daten erheben und für die sogenannte personalisierte Werbung verwenden. Wenn man zum Beispiel einen Facebook Account hat, dann tracked Facebook auch die Sucheingaben bei Suchmaschinen wie Google und bekommt somit viele Informationen über den jeweiligen Nutzer. Facebook verkauft diese Daten an Unternehmen, welche dann personalisierte Werbung schalten können. Dieses Geschäftsmodell ist die Grundlage für Facebooks Erfolg.

Apple als Datenschützer?

Letztes Jahr kündigte Apple an, dass bei dem Betriebssystem iOS 14 Banner geben wird, welche beim Starten von Apps wie Facebook erscheinen und dem Nutzer die Möglichkeit lassen zu entscheiden, ob sie der App erlauben ihre Daten quer durch unterschiedliche Dienste zu sammeln. Apple schaltet sich also zwischen Nutzer und Anbieter. Wenn ein solches Banner zum Beispiel beim Öffnen von der Facebook-App erscheint, könnten die meisten Menschen geneigt sein, dieser Datenverarbeitung zu widersprechen. Die Konsequenz daraus wäre, dass Facebook viele Daten entgehen würden. Es drohen Milliardenverluste!

Facebook wehrt sich

Facebook möchte diese Milliardenverluste natürlich nicht in kauf nehmen und der Konzern geht seinerseits in die Offensive. Eine Klage wurde eingereicht, in der es heißt, der Apple App-Store würde Marktmonopole fördern. Der Grund: Nur Apples eigener Messenger Dienst iMessage sei bereits vorinstalliert, während andere Messenger Dienste erst heruntergeladen werden müssen. Zudem führt Facebook an, dass, wenn die Nutzer die Trackingeinwilligung verweigern, am Ende die kleinen Unternehmen leiden müssen, weil diese keine personalisierte Werbung mehr schalten können. Das Ganze macht Facebook öffentlich, indem sie ganzseitige Anzeigen in der New York Times und Washington Post schalten.

Gewinner und Verlierer

Apple befindet sich in einer guten Ausgangslage. Der Konzern verdient sein Geld nicht nur mit dem Verkauf von Daten, sondern vor allem mit dem Verkauf von Hardware. Ob Apple nun wirklich etwas für den Datenschutz tun möchte, oder ob es sich um einen Schachzug handelt, der gegen einen großen Konkurrenten gerichtet ist, ist spekulativ. Für den Nutzer ist die Entwicklung dennoch positiv einzuschätzen. Die Nutzer erhalten mehr Kontrolle über ihre Daten und es werden mehr Leute für das Thema Datenschutz sensibilisiert.

Facebook hingegen bleiben wenige Optionen offen. Wenn die wettbewerbsrechtlichen Argumente der Klage auf keine Zustimmung stoßen und die Klage keinen Erfolg hat, so bleibt Facebook noch die Möglichkeit, Druck auf Apple auszuüben, indem man die Produkte aus dem App-Store entfernt. Dieser Schritt ist für Facebook allerdings mit einem erheblichen Risiko verbunden und es ist denkbar, dass sich die Verluste dadurch nur noch verstärken.

Ausblick

Ob es nun zu einem Wandel kommt und sich große Konzerne jetzt für den Datenschutz stark machen, wird sich zeigen müssen. Der Google Konzern, welchem unter anderem auch hohe Verluste durch die Neuerungen bei Apple drohen, hat verkündet, dass sie im Thema Trackingschutz nachziehen wollen. Zumindest die Opt-in Methode, also das Bewusste „Dafür Entscheiden“, ist von Datenschützern immer wieder gefordert worden und könnte nun zu einem neuen Standard erwachsen.  Es sind halt nicht immer die großen Schritte, sondern auch viele kleine Schritte, die zum Ziel führen können.

 

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