Clubhouse und der Datenschutz

Clubhouse

 

Facebook, Instagram und Co haben einen neuen Kontrahenten: Clubhouse. Der Hype um die neue Plattform ist riesig. Im Januar war es die am meisten heruntergeladene App im iOS-AppStore.

Das Konzept: Social Media ohne Text oder Bilder, stattdessen nur mit Audio. Wer eine Einladung für die App erhält, kann sich live mit anderen in Räumen unterhalten. Klingt nach einem frischen und neuen Konzept, aber wie sieht es datenschutzrechtlich aus? Kann man die App mit gutem Gewissen nutzen, oder sieht es leider ähnlich aus, wie bei den Großen à la Instagram oder Facebook?

 

Ein bedenklicher Start für Clubhouse

Während die App bei vielen Prominenten für Begeisterung sorgt, sind die Daten- und Verbraucherschützer weniger begeistert. So wurde Alpha Exploration Co., das Unternehmen hinter Clubhouse, im Januar 2021 von der Verbraucherzentrale Bundesverband abgemahnt und aufgefordert eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben.
Die Gründe: Allgemeine Geschäftsbedingungen gibt es nur auf Englisch, fehlendes Impressum und gravierende Mängel beim Datenschutz. Während die Probleme mit den AGB und dem Impressum allerdings relativ leicht gelöst werden können, scheinen die Mängel beim Thema Datenschutz doch schwerer zu wiegen.

 

Clubhouse gravierende Mängel beim Datenschutz

Die gravierenden Mängel beim Datenschutz von Clubhouse lassen sich grob in zwei Felder aufteilen. Zum einen werden Gespräche aufgezeichnet und weitere Daten verarbeitet. Alpha Exploration Co. gibt als Grund für die Verarbeitung an, dass sie somit die Möglichkeit haben gegen mögliche Hate-Speech Vorfälle und gegen Richtlinienverstöße vorgehen zu können. Das Problem hierbei ist, dass die ganze Verarbeitung auf US-amerikanischen Servern stattfindet. Nach dem Schrems II Urteil des EuGHs wurde der damalige Angemessenheitsbeschluss „Privacy Shield“ für ungültig erklärt und eine Übertragung von Daten in die USA ist somit nicht mehr zu rechtfertigen. Dieses Problem betrifft also Clubhouse nicht exklusiv. Dahingegen ist das andere gravierende Problem das Auslesen des Telefonbuches. Um bei Clubhouse teilnehmen zu können braucht man eine Einladung von jemandem, der schon bei Clubhouse ist. Wenn man eine solche Einladung erhält, kann man allerdings nicht direkt andere Leute einladen, sondern Clubhouse verlangt einen kompletten Zugriff auf das Telefonbuch der Person. Somit landen personenbezogene Daten von Dritten bei Clubhouse, ohne das sie den Dienst nutzen und von der Verarbeitung mitbekommen. Es ist denkbar, dass Clubhouse Schattenprofile erstellt und diese für Werbezwecke nutzt. Nach der DSGVO ist das nicht zulässig.

 

Ein kleiner Blick in die Datenschutzbestimmung

Wenn man einen Blick in die Datenschutzbestimmung von Clubhouse wagt, fällt zunächst auf, dass diese ausschließlich in englischer Sprache existiert. Zudem sorgt es für Verwirrung, dass der Abschnitt über das Verarbeiten von Daten der Internet Aktivität, doppelt enthalten ist. Wenn wir uns dann die Datenschutzbestimmung genauer ansehen, springt sofort die ungenaue Formulierung ins Auge. Begriffe wie „content“, „communications“ und „other information“ werden einfach so genannt, ohne genauer zu erklären, welche Daten damit nun genau gemeint sind. Auch die Weise, wie Informationen der Verbindung zu anderen Nutzern verarbeitet werden, ist relativ weit formuliert, sodass man nicht wirklich genau erkennen kann, um welche Daten es sich hier jetzt genau handelt. Dieses Strickmuster findet sich in der ganzen Datenschutzbestimmung, womit man als Nutzer am Ende dann nicht so recht weiß, welche Daten jetzt eigentlich verarbeitet werden. Lediglich die Gründe, warum die Daten verarbeitet werden, werden breit ausgeführt. Konkret wird angeführt, dass Daten verarbeitet werden, um den Dienst bereitzustellen, zu betreiben und zu verbessern. Die Formulierungen weisen eine starke Ähnlichkeit zu den Datenschutzbestimmungen anderer Sozialen-Medien Diensten auf.

 

Fazit

Das ist halt so eine Sache mit den Sozialen-Medien, könnte man jetzt ganz süffisant sagen. Es dürfte den meisten mittlerweile klar geworden sein, dass man als Nutzer bei Sozialen-Medien mit seinen Daten „bezahlt“. Man könnte jetzt auf der einen Seite sagen, dass wir den progressiven und innovativen Ansatz von Clubhouse gutheißen müssen und sie nicht mit der Datenschutzkeule direkt wieder verbannen dürfen. Aber Innovation, gerade im Bereich der Sozialen-Medien, darf nicht auf Kosten des Datenschutzes gehen. Es wird abzuwarten sein, ob es in der Zukunft ein Soziales-Medium geben wird, welches den Datenschutz respektiert und umsetzt. Bis dahin gilt auch: Clubhouse sollte mit Besonnenheit und Vorsicht genutzt werden.

 

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