Datenschutz und WhatsApp

WhatsApp aktualisiert die Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinie

Mit über zwei Milliarden Nutzern zählt WhatsApp zu den meist genutzten Messenger Diensten der Welt. Als Teil des Facebook-Kosmos sind Änderungen immer heiß diskutiert und häufig auch von medialer Präsenz und auch in diesen Tagen wird wieder viel über WhatsApp gesprochen. Der Grund: Die Nutzungsbedingungen werden geändert. Stimmt man dieser Änderung nicht zu, so kann man ab dem 08. Februar 2021 WhatsApp nicht mehr benutzen, ganz nach dem Prinzip Friss oder Stirb. Aber was genau ändert sich und ist die mediale Aufregung gerechtfertigt?

Zunächst einmal ein paar Hintergrundinformationen zu WhatsApp.

Im europäischen Raum ist die WhatsApp Ireland Ltd., mit Sitz in Dublin, für WhatsApp zuständig. Für den Rest der Welt stellt die WhatsApp LLC., mit Sitz in Menlo Park Kalifornien, den Dienst bereit. Und diese Zweiteilung schlägt sich auch in den Datenschutzrichtlinien nieder. Es gibt nämlich eine für die Europäische Union und eine für den Rest der Welt. Die Datenschutzrichtlinie in der Europäischen Union ist hierbei etwas länger und umfangreicher, da sie sich inhaltlich nach der DSGVO richten muss. Ein großer Unterschied der beiden Richtlinien ist der Umgang der Daten innerhalb des Facebook Konzerns.

Konsequenzen für Facebook

Der Umgang der Daten innerhalb des Facebook Kosmos führte auch schon in der Vergangenheit zu einer hohen Strafe für Facebook. So hatte Facebook 2017 eine Strafe von 110 Millionen Euro zahlen müssen, da sie 2014 falsche Angaben bei der Übernahme von WhatsApp gemacht hatten. 2014 wurde behauptet es sei technisch nicht möglich, ein automatisierten Datenabgleich von Benutzerkonten von WhatsApp und Facebook einzurichten. Zwei Jahre später kündigte Facebook eine Verknüpfung allerdings an und bekam von der Wettbewerbskommission eine Strafe von 110 Millionen Euro aufgebrummt.

WhatsApp und andere Facebook-Unternehmen

In der Europäischen Union werden auch Informationen mit anderen Facebook- Unternehmen geteilt. In der neuen Datenschutzrichtlinie von WhatsApp heißt es hierzu, dass dies durchgeführt wird, damit andere Facebook- Unternehmen dabei helfen können, die Dienste zu betreiben, bereitzustellen, zu verbessern, zu verstehen, anzupassen, zu unterstützen und zu vermarkten. Aber diese dürfen nicht für die eigenen Zwecke der Facebook- Unternehmen verwendet werden. Bedeutet: Instagram oder andere Facebook- Unternehmen treten als Auftragsverarbeiter von WhatsApp auf. In der alten Datenschutzrichtlinie war von „irgendeinen anderen Zweck“ die Rede, also eine kleinere Änderung.

Ganz anders sieht es außerhalb der Europäischen Union aus. Dort ist es gang und gäbe, dass die personenbezogenen Daten mit anderen Facebook- Unternehmen geteilt und diese die Daten dann auch für z.B. Werbezwecke nutzen können. Bisher war es so, dass die Nutzer die Möglichkeit hatten, der Weitergabe der Daten zu widersprechen. Diese Möglichkeit wurde nun abgeschafft. Das bedeutet, dass sich für den europäischen Nutzer nicht so viel ändert, für den außereuropäischen Nutzer hingegen doch ein beträchtlicher Teil.

 

Wieso aber jetzt die ganze Aufregung?

Auch wenn die Änderung primär außereuropäische Nutzer betrifft, so dürfen wir uns in Europa auch nicht zu sicher fühlen. WhatsApp ist ein Markführer und hat eine immense Macht. Es ist auch keine Neuheit, dass die App datenschutzrechtlich nicht ganz unbedenklich ist. Der Umfang der Daten, die WhatsApp verarbeitet, ist doch erschreckend groß. So werden zum Beispiel

  • WhatsApp- Kontoinformationen und Telefonnummer
  • Transaktionsdaten
  • Informationen zu Interaktionen
  • Informationen zum Mobilgerät
  • Dienste-bezogene Informationen
  • IP-Adressen
  • Andere Informationen, die mit Erlaubnis des Nutzers erfasst wurden (z.B. Standortdaten)

erhoben und auch anderweitig verarbeitet. Datenschutzexperten warnen schon seit längerer Zeit vor WhatsApp und raten dazu, andere Messenger Dienste zu nutzen. Durch die erneute mediale Diskussion rundum WhatsApp konnten vor allem die Messenger Dienste wie Signal, Threema oder Telegram einen Anstieg der Nutzerzahlen verzeichnen.

 

Fazit

Es wird spannend bleiben wie sich die Situation um WhatsApp entwickelt. Wenn Facebook weiterhin den Plan verfolgt, sämtliche Facebook- Produkte zu vernetzen, könnte dies früher oder später dazu führen, dass sich die Nutzer immer weiter auf unterschiedliche Messenger Dienste aufteilen und man in der Zukunft vielleicht mehrere Anwendungen auf dem Smartphone braucht, um mit all seinen Kontakten kommunizieren zu können und Facebook an Marktmacht verliert.

 

Andreas Langendonk und Team
EggSec GmbH
Master-Coach für IT & Datenschutz

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